Wie sieht die Radiozukunft aus?

…eine Frage, die spätestens seit Einführung von DAB+ ständig Radiomacher umtreibt und auf die es heute Antworten gab. Die Medienanstalt Nordrhein-Westfalens, LFM stellte heute eine entsprechende Studie für das Land Nordrhein-Westfalen vor, ausgearbeitet vom Forschungs- und Beratungsunternehmen Goldmedia. Die Studie prognostizierte dabei 4 Szenarien:

  1. Status Quo bleibt erhalten
  2. DAB+ Kapazitäten werden ausgeschrieben, UKW-Sender begleiten DAB+ Transformation
  3. Hörfunknutzung entwickelt sich in Richtung Streaming
  4. DAB+ und Streaming entwickeln sich beide

Alle Modelle wurden für die nächsten 10 Jahre betrachtet. Für alle Modelle gilt: Sender, die sich auf UKW konzentrieren müssen sich warm anziehen, denn deren Bedeutung sinkt nach der Goldmedia Studie rapide. Im Szenario 2 kommt UKW im Jahr 2028 nur noch auf eine Nutzungsquote von lediglich 33% (bei heute 88%). Am besten kommt der veraltete Standard im Modell 1 weg mit 38% Nutzung. Glänzende Zeiten stehen allerdings dem Thema Streaming bevor. In allen Varianten steigen die Nutzungsquoten auf deutlich über 40%. Bei Modell 1 mit Beibehaltung des Status Quo auf 53%, bei einer Transformation Richtung DAB+ sind es immer noch 47%, bei Entwicklung zugunsten Streaming 56% und im Modell 4 49%.

Und was bedeuten die Modelle für DAB+? Innerhalb der Modelle gibt es große Unterschiede. Im Modell 1 befindet sich DAB+ im Jahr 2028 bei 9% Nutzungsquote, bei stärkerer Unterstützung von DAB+ bei 20%, bei Förderung von Streaming bei nur noch 2% und bei Fokussierung auf Streaming und DAB+ bei 17%.

Die LFM hat bereits Schlüsse aus der Studie gezogen und startet zum 01.10. einen Call for Interest, um zu erfahren, wie hoch das Interesse an DAB+ Kapazitäten im Land Nordrhein-Westfalen ist. Grundsätzlich, so die LFM könnte ein landesweites, sowie ein in 9 Regionen aufgeteiltes Netz aufgebaut werden. Der Call läuft bis 29.10.

„Digitale Übertragungswege gewinnen auch im Hörfunk zunehmend an Bedeutung. Ziel der Landesanstalt für Medien NRW ist die möglichst umfassende Versorgung der Bevölkerung mit einem vielfältigen und zukunftstauglichen Audio-Angebot. Über die digitalen Verbreitungswege besteht die Chance, Vielfalt zu erhöhen, und zwar sowohl bei den Inhalten als auch bei den Veranstaltern. Ob dies über DAB+ oder über Streamingangebote erfolgen wird, entscheidet letztlich der Markt“, so Dr. Tobias Schmid, Direktor der Medienanstalt LFM.

Professor Klaus Goldhammer von Goldmedia zu den Zahlen: „In den nächsten Jahren wird der Konkurrenzdruck auf den klassischen UKW-Hörfunk erheblich steigen. Die Bedeutung von UKW wird durch digitale Verbreitungswege und neue Wettbewerber zwangsläufig abnehmen. Lokalradios und radio NRW können mit eigenen Konzepten hier gegensteuern.“

Für alle Modelle sagte Professor Dr. Goldammer einen schrumpfenden Werbemarkt voraus.

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