Österreich startet 2019 bei DAB+ richtig durch!

Es war wohl DIE Meldung dieser Woche. Auch bei unserem Nachbarn Österreich ist es nun soweit! Radio wird digital! Am 02.08. erteilte die Medienbehörde Komm Austria dem Sendernetzbetreiber ORS, der u.a. zu 60% dem öffentlich-rechtlichem ORF gehört, eine Sendelizenz für den Aufbau eines landesweiten DAB+ Netzes. Dabei handelt die ORS als Plattformbetreiber und kann damit über die Programmauswahl mitbestimmen. Die Lizenz gilt ab dem 04. April 2019 und hat eine Laufzeit von 10 Jahren. Der Aufbau soll sukzessive erfolgen und im Frühjahr 2019 mit Wien beginnen. Ab Herbst 2019 folgen die Großräume Graz, Linz und Eisenstadt. Ab Frühjahr 2020 werden Bregenz, Innsbruck, Salzburg und St. Pölten versorgt, den Abschluss bildet ab Herbst 2020 Phase 4 mit Klagenfurt, Wolfsberg, der Mur-/Mürz-Furche und dem Südburgenland, so die KommAustria in einer Pressemitteilung.

Folgende Programme sind aktuell für die DAB+ Verbreitung geplant:

  • Radio 88.6
  • Radio Arabella
  • Radio Energy
  • Rock Antenne
  • Radio Maria
  • Radio Technikum
  • Radio MAXIMA
  • ARBÖ Verkehrsradio
  • ERF Plus Österreich
  • Klassik Radio
  • Lounge FM

11 Programme mit einem vielfältigem Angebot, vergleichbar mit dem bundesweitem Angebot in Deutschland.

Allerdings hängen noch ein paar Wolken über dem Start. In Österreich weigert sich der ORS Gesellschafter ORF strikt sich an DAB+ zu beteiligen. Ebenfalls Uneinigkeit herrscht mit der Musikverwertungsgesellschaft AKM. „Bedauerlicherweise konnte mit der AKM (Autoren, Komponisten und Musikverleger registrierte Genossenschaft mbH) über Umfang und Höhe der Urheberentgelte in Bezug auf die Verbreitung von Hörfunkprogrammen mittels DAB+ mit aktuellem Stand kein Einvernehmen erzielt werden. Zur Frage der Vergütungssätze des AKM-Repertoires, das über den digital-terrestrischen DAB+ Hörfunk ausgestrahlt werden soll, wird der Urheberrechtssenat im derzeit anhängigen Satzungsverfahren vermutlich noch im Herbst 2018 entscheiden.“, so Matthias Gerwinat, Geschäftsführer von Digitalradio Österreich in einer Pressemitteilung. Aktuell verlangt die AKW Beiträge, die mit den Sätzen für UKW Programmveranstalter zu vergleichen sind. Da die Einnahmen über DAB+ aktuell wegen der niedrigeren Nutzung deutlich geringer sind, hat dies erheblichen EInfluss auf die Finanzierung des Programmbetriebes.

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About the Author: D. Martens