IFA 2018: Der Digitalradiotag

Auch auf der diesjährigen IFA fand er statt, der Digitalradiotag. Auf Ihrer Eröffnungskeynote machte Cornelia Holsten, Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt und Vorsitzende der DLM und ZAK auf die vielfältigen Möglichketen wie Audio heute konsumiert werden kann, aufmerksam. Dabei machte sie anhand eines Beispiele deutlich, dass auch Sprachassistenten einer Regulierung bedürfen, damit Inhalte weiterhin auffindbar sind. Außerdem begrüßt Frau Holsten die politischen Aktivitäten rund um eine verpflichtende Interoperabilität von Radiogeräten. In diesem Zusammenhang stellte Frau Holsten außerdem fest, dass die Automobilindustrie in ihren Bemühungen rund um die Implementierung von Alexa deutlich mehr Schnelligkeit an den Tag legte als bei DAB+. Enttäuscht zeigte sie sich rund um die aktuellen, gerichtlichen Geschehnisse rund um den 2. Bundesmux.

Heike Raab, Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa, Medien und Digitales als Staatssekretärin in der Staatskanzlei mahnte, dass Radio in digitaler Form Beachtung und Unterstützung bedarf. Der aktuelle Schwung bei der Entwicklung von DAB+ sei erfreulich, aber weiterer Schwung brauche auch mehr Energie. Beim Thema Interoperabilität verwies Heike Raab auf eine ähnliche gesetzliche Regelung beim Digital-TV. Erneut plädierte Heike Raab für eine Änderung des §48 Telekommunikationsvertrages. Europa hat mit einer verpflichtenden Schnittstelle bei Radioempfangsgeräten in Fahrzeugen eine Richtlinie verabschiedet, bei der Deutschland aber „noch ein Schippe drauflegen kann“, so Raab wörtlich. Das politische Engagement für das Medium Radio begründete sie damit, dass Radio mehr ist als ein Wirtschaftsgut. Eine Misere wie beim UKW-Antennenverkauf dürfe sich nicht wiederholen.

Mit Spannung wurden natürlich die Zahlen zu DAB+ erwartet. Alle nun folgenden Daten beruhen auf der Auswertung des Insitutes Kantar/TNS:

  • Haushaltsausstattung DAB+ – Geräte: 17% (+1,9 %-Punkte gegenüber Vorjahr)
    • Spitzenreiter ist Bayern mit 22,3%
    • gefolgt von Sachsen mit 22%
    • und Baden Württemberg mit 18,7%
  • Zugang zu DAB+ Radiogerät nach Personen: 18,1% (+2,4)
  • Durchschnittlich besitzt ein DAB+ Haushalt 1,7 Geräte
  • 4,41 Mio. DAB+ Autoradios im Markt

Erste Stimmen zum Digitalradiotag:

Willi Schreiner, DRD: „Erfreulich, dass weiterhin ein stetiges Wachstum beim Radioempfang über DAB+ feststellbar ist. In einigen Bundesländern wie Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen besteht aber noch Nachholbedarf, da müsste mehr von den Sendern, vor allem von den privaten, geleistet werden.DAB+ hat sich europaweit als kostengünstiger terrestrischer Verbreitungsweg etabliert, es gibt keinen Weg zurück.“

James Kessel, MEDIA BROADCAST: „DAB+ kommt an. Das Wachstum wird nicht zuletzt durch attraktive Programmangebote und stetige Vermarktungsaktivitäten vorangetrieben. Als Netz- bzw. Plattformbetreiber unter anderem für regionale DAB+ Angebote in Berlin, Berlin-Brandenburg, Bremen, Hamburg und Hessen sorgen wir ebenfalls für Dynamik und wissen, dass die Nachfrage privater Programmanbieter nach DAB+ Kapazitäten weiter steigt“.

 

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