Der DAB+ Jahresrückblick 2018

Und schon wieder steht Weihnachten unmittelbar vor der Tür und ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende entgegen. DAB+ geht damit in sein mittlerweile 8. Jahr. Doch schauen wir zunächst zurück was sich 2018 alles getan hat.

Die Programmvielfalt hat kräftig zugenommen. In Bayern konnte durch ein erfolgreiches Zusammenspiel zwischen BLM, BDR und BR erreicht werden, dass nunmehr nahezu alle Lokalstationen auch ihren Platz auf DAB+ haben. Neben den Regionalmuxen Oberfranken, Unterfranken und Mittelfranken, sowie Oberbayern/Schwaben kamen Mitte dieses Jahres die Muxe für Niederbayern und der Oberpfalz dazu. Noch im Dezember begannen die Tests für das Bouquet in Allgäu.

Regelrechte Programmfeuerwerke gab es in Berlin und Sachsen. Im Freistaat feierten Leipzig und Freiberg den Start von jeweils einem Digitalradio-Paket für Privatradiosender. Berlin war schon auf UKW der Traum jedes Radiofans wegen seiner unglaublich hohen Programmvielfalt. Deswegen schrieb die Medienanstalt einen 2. Privatradiomux aus, der pünktlich zur IFA on air ging.

Schon historisch war der erste Schritt der Deutschlandradios (DLF, DLF Kultur, DLF Nova) sich von UKW in den ersten Verbreitungsgebieten zugunsten DAB+ zu verabschieden. In einer feierlichen Zeremonie wurden die analogen Radiosignale auf der Insel Helgoland, sowie im bayerischen Mittenwald abgeschaltet.

Die neuesten Zahlen auf der IFA 2018 bestätigten den Trend: DAB+ wird immer beliebter. In den Haushalten, so der Digitalisierungsbericht der Medienanstalten stehen nun 12 Millionen Digitalradios. Damit steigt der Anteil der Personen in Haushalten mit Zugang zu mind. einem DAB+ Empfänger auf 18,1%. Bei der Steigerungsrate wird Internetradio mittlerweile in den Schatten gestellt.

Für Furore sorgte die beschlossene Richtlinie der EU, dass künftig alle Neuwagen mit ausgelieferten Radiogerät auch einen digital-terrestrischen Übertragungsweg unterstützen müssen. Experten gehen davon aus, dass die Hersteller DAB+ bevorzugen dürften. Den Mitgliedsstaaten steht es frei bei der nationalen Gesetzgebung dies auf alle Radioempfangsgeräte auszuweiten.

Und wie steht es um DAB+ in Europa? Dazu die Pressemitteilung des Digitalradio Büro Deutschland:

Großbritannien, Norwegen, die Schweiz, die Niederlande, Frankreich, Österreich, Italien sowie Tschechien und Belgien: Immer mehr Staaten in Europa setzen auf DAB+, dem zukunftsfähigen digitalen Rückgrat der Rundfunkverbreitung.

In Belgien wird DAB+ nach dem Regelbetrieb in Flandern jetzt auch im wallonischen Teil Belgiens eingeführt. Das Programmangebot wird 23 Radiostationen umfassen. Die Webseite dabplus.be ist die weltweit erste zweisprachige Informationsplattform auf Basis des in Deutschland von der ARD Koordination DAB+ entwickelten Corporate Designs.

Nachdem DAB+ in Frankreich bereits in den Großräumen Paris, Marseille, Nizza, Lille und seit Dezember auch im Elsass und Lyon on air ist, sollen bis 2019 weitere Regionen folgen. Die großen französischen Privatradiogruppen M6 (RTL, Fun Radio, RTL2), Lagardère (Europe 1, Virgin Radio, RFM) und NextRadioTV (RMC, BFM Radio, BFM Business) setzen ebenfalls auf DAB+. Zusammen mit weiteren Veranstaltern haben sich die Anbieter mit ihren Programmen für die beiden nationalen DAB+ Multiplexe beworben. Diese sollen ab 2020 bis zu 24 Programme ausstrahlen und Ballungsräume sowie wichtige Verkehrsadern in Frankreich abdecken. Zuvor hatte die NRJ Group entschieden, mit ihren Programmen an regionalen DAB+ Multiplexen teilzunehmen.

DAB+ ist in Italien weit verbreitet. 75 Prozent der Bevölkerung können bereits DAB+ empfangen. In Südtirol herrscht Vollversorgung. Hier hat die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt Südtirol (RAS) damit begonnen, UKW-Sender zugunsten von DAB+ abzuschalten.

In den Niederlanden erreichen sowohl die landesweiten Privatradios als auch die öffentlich-rechtliche NPO inzwischen eine Abdeckung von je 95 Prozent. Es gibt einen öffentlich-rechtlichen und einen privaten Multiplex, dazu fünf gemischte regionale Bouquets. Im kommenden Jahr plant die niederländische Regierung die Versteigerung weiterer Frequenzen. Landesweit könnten dann 9 bis 15 zusätzliche DAB+ Radiostationen Hörerinnen und Hörern noch mehr Auswahl bieten.

In Österreich sind die Vorbereitungen auf den ersten nationalen Multiplex mit elf Programmen für das Frühjahr 2019 angelaufen. Im Großraum Wien werden heute schon 15 DAB+ Programme empfangen. Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen zunächst die Landeshauptstädte und wichtige Verkehrswege versorgt werden, bei einer geplanten Gesamtabdeckung von rund 85 Prozent der österreichischen Bevölkerung.

Norwegen hat als erstes Land weltweit die nationalen und regionalen UKW-Ketten abgeschaltet. Dabei sind die Reichweiten der Radiosender weitgehend stabil geblieben: 98 Prozent der Hörer sind dem Radio treu geblieben, kauften sich DAB+ Empfänger oder hören jetzt Radio über IP. 99,5 Prozent der Bevölkerung können DAB+ empfangen.

Die Schweizer hören Radio inzwischen zu 63 Prozent rein digital. Die Sender planen, die Radioverbreitung über UKW bis 2024 aufzugeben. Durch einen weiteren überregionalen Multiplex wird sich die Programmvielfalt in der Deutschschweiz um bis zu 16 Hörfunkprogramme erhöhen. Heute sind in der Schweiz 136 Sender über DAB+ zu empfangen.

In 2019 wird die weitere Entwicklung rund um den 2. Bundesmux die Schlagzeilen sicherlich bestimmen. Aktuell sind die Gerichte mit dem Ablauf der Lizenzgebung beschäftigt. Ebenfalls wird es spannend in NRW werden, wo eine Ausschreibung für DAB+ Kapazitäten erwartet wird.

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